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Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne
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Lexy
Rudelwolf
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Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne



Prolog:
Im Jahre des Sigmar, Ulriczeit 1999


Meinen Herren waren Berichte zu Ohren gekommen, dass es zu Ausschweifungen in der Ostmark kommt. In der Hauptstadt der Ostmark Mortheim soll es zu unzüchtige Orgien, Götzenanbetung und sogar offener Anbetung der dunklen Götter kommen. Eine alte Prophezeiung des Macadamnus spricht von der Wiederkehr unseres Vaters der Menschheit, Erschaffer des Imperiums, unserem gottgewordenen Helden Sigmar Heldenhammer. Die Menschen feierten die Ankunft unseres Gottes nicht in alles Stille und mit dem bereuen ihrer Sünden durch Selbstgeißelung und dem Kauf von Ablassbriefen, sondern taten Götzendienst an des dunkeln Göttern.
Mein Herr würde diesen Frevel an unserem Gott durch die reinigende Kraft des Feuers ausmerzen, und die von Gott gewollte Ordnung wiederherstellen.
Seit Tagen führte uns mein Herr von Hauser durch den Totenwald. Es regnete unentbrochen in Strömen, manchmal wechselte der Regen in ein undurchdringliches Schneegestöber. Unsere Gruppe aus Hexenjäger folgten Bruder Raimund aus Altdorf, einem Kriegerpriester unseres Gottes Sigmar und eine abgerissene Gruppe Flagellanten. Die Flagellanten kreischten und geiferten den ganzen Tag mit ihren heiseren Stimmen, dass die Welt untergehen wird… Das Ende ist Nah… Die Hölle wird sich auftun…
Bruder Raimund von Altdorf wurde von Visionen geplagt, er sah menschengroße Ratten auf zwei Beinen durch eine zerstörte Stadt schleichen. Er predigte den ganzen Tag, er müsse nach Mortheim, die Stadt der Sünde, er müsste den Sündenpfühl mit Stumpf und Stiel durch der reinigen Kraft des Feuers ausrotten. Worauf die verrückten Flagellanten immer schrien… Brennen müsst ihr… Brennen…
Ekkbert, ein stiller Junge in meinem Alter, war für die Kampfhunde meines Herren zuständig, er ist von grobschlächtiger Statur und hat ein entstelltes eingeschlagenes Gesicht und war etwas einfältig, schaffte es aber aus jedem noch so herzlichen Hund eine reißende wilde Bestie zu machen. Ich versuchte immer, nicht alleine in seiner Nähe zu sein. Er spach ganz selten und wenn nur leise zu den beiden Hunden. Ich habe ihn erst einmal lächeln gesehen, als diese Hunde eine arme fehlgeleitete Seele gestellt hatten.
Ein Bauer schwor auf das Buch Sigmars, wie seine Nachbarin, zu ihrer schwarzen Katze gesagt haben soll: Trink endlich deine verdammte Milch! Daraufhin untersuchten die Hexenjäger den Vorfall, worauf das alte Weib in den Wald fliehen wollte. Die Hunde stellten die Vettel und nachdem sie von der Frau abließen, übergaben wir ihre Überreste der reinigen Kraft des Feuers. Die Hexenjäger vermuteten, dass sich das Übel schon in dem ganzen Flecken ausgebreitet hatte, und stellten Untersuchungen an und befragten die Bewohner. Und sie hatten Recht! Nach den Befragungen gestand die gesamte Bevölkerung, dass sie Sigmar abgeschworen hatten, und den dunklen Göttern die Erstgeborenen opferten. Das Übel findet sich selbst in den entlegensten Stellen der Welt! Wir übergaben den gesamten Flecken der reinigen Kraft des Feuers! Die Scheiterhaufen brannten drei Tage lang. Als unser Werk vollbracht war, verbrannten wir alle Häuser, töteten das gesamte Vieh, weil mein Herr wusste, dass es sich hier um einen verderbten Ort handelte, und das Böse sich in dieser Gegend festgesetzt hatte, und wir das Böse mit Stumpf und Stiel ausrotten mussten.
Aber ich schweife ab…

Im Jahre des Sigmar, 23.Vorhexen 1999 zwischen Kiel und Mortheim

Die Himmelserscheinung tauchte die Nacht in ein unheimliches Licht, an einen erholsamen Schlaf war meistens nicht zu denken, weil die verrückten Flagellanten ihre Litereinen herunterbeteten.
Mein Herr mahnte uns zur Eile, wir marschierten so schnell wir konnten auf einer verlassenen aufgeweichten Nebenstraße durch den Totenwald. Mein Herr wollte nicht die Reichsstraßen benutzen, um Spionen und anderem zwielichtigen Gestalten aus dem Weg zu gehen, damit niemand unsere Ankunft in Mortheim ankündigen konnte.
Am Abend des 23. erreichten wir ein kleines Dorf, die Häuser schienen verlassen und verbarrikadiert. Ein alter Mann, seine Arme fixiert durch einer hölzernen Halsgeige rannte über den zentralen Platz, und versuchte einem schmutzigen grauen Biest zu entkommen. Das Biest hatte Tentakeln am Kopf, an deren Enden Augen zu sein schienen. Das Maul der Bestie war besetzt mit riesigen dolcharten Zähnen. Der Mann sah uns und versuchte in unsere Richtung zu laufen und zu schreien, aber jemand hatte ihm seine Zunge rausgerissen. Mit einem gewaltigen Satz sprang das Biest den Mann in den Rücken und zerfetze innerhalb von Sekunden sein Rückgrat, schaute sich mit seinem blutverschmierten Maul um und seine bösartigen Augen funkelten in unsere Richtung. Ich merkte wie ich langsam zu zittern anfing und sich mein Mund mit Galle füllte. Mein Herr zog eine seiner beiden Pistolen und schoss auf das Biest, als es anfing auf uns zuzulaufen. Die Eisenkugel traf den Kopf der Kreatur und trat auf der Rückseite wieder aus. Das Biest machte noch drei Schritte und brach leblos zusammen.





„Chaos…“ zischte mein Herr. Die Flagellanten kreisten… Wir werden alle sterben, bereut eure Sünden…, und stürmten in die Ansiedlung.



Auf der anderen Seite des Dorfes konnten wir Bewegungen ausmachen, mit seinem geschulten Blick konnte mein Herr diese Bewegung gleich als Tiermenschen identifizieren. Die Hexenjäger und mein Herr zogen ihre Waffen und stürmten in das Dorf den Flagellanten hinterher. Es war das erste Mal, dass ich einem offensichtlichen Chaosanhänger gegenüberstand, meine Knie zittern, ich wurde aber von dem Mut meiner Gruppe mitgezogen und folgte mit gezogenen Schwert meinen Weggefährten. Als die Höllenbestien uns bemerkten, zogen sie sich in den Schutz der windschiefen Häuser zurück. So etwas hatte ich nicht vermutet, bis jetzt dachte ich immer, dass es sich bei diesen Kreaturen um hirnlose Wesen handelte, die nur für das Blutvergießen lebten und starben. Aber mein Herr ließ sich dadurch nicht von seinem Hass auf diese dunklen Kreaturen abbringen. Wir befanden uns jetzt mitten in dem schlammigen Dorf, links und rechts von uns heruntergekomme Häuser, im Hintergrund der undurchdringliche Wald. Vor uns johlten die Flagellanten, als plötzlich eine Gruppe in Platten gerüstete Krieger in unser Blickfeld trat. Ihre Helme waren mit Hörnen besetzt, die Visiere bestanden aus dämonischen Fratzen, die Plattenpanzer waren mit grobschlächtigen Ornamenten und fremdartigen Symbolen gezeichnet. Die Schilde trugen alle den achtzackigen Stern.





Eigentlich war ich starr vor Angst, aber als ich in der nächsten Sekunde sah, wie sich die Flagellanten in einem selbstmörderischen Angriff auf die Krieger stützen und unter den Schlägen ihrer eisenverstärken Flegel ein Krieger schwer am Kopf getroffen wurde und in den Schlamm fiel, fasste ich neuen Mut und folgte mit gezogenem Schwert meinen Gefährten.



Hinter diesem wild geführten Nahkampf tauchten die Tiermenschen wieder auf. Sie waren schnell, rannten durch den tiefen Schlamm. Ich kannte mich zu diesem Zeitpunkt mit den einzelnen Unterschieden dieser Kreaturen aus der Hölle nicht aus, erst später erkläre mir mein Herr woran ich sie erkennen konnte. Jetzt weiß ich, dass ich das erste Mal gegen die kleinste und schwächste Bestie dieser Höllenkreaturen gekämpft hatte. Die Kreatur hatte ein grobes Holzschild und ein rostiges altes Schwert in seinen Händen, hatte ein Ziegengesicht mit langen spitzen Zähnen und war in einer alten schlechtsitzenden Rüstung eines imperialen Soldaten gekleidet. Der Gestank verschlug mir den Atem, ein Gestank aus nassen Fell, Fäkalien, geronnenem Blut und Verwesung. Zu meinem Glück waren die Attacken dieser Kreatur nicht besonders schnell und eher unbeholfen, er schien starke Knochenverwachsungen im Rücken zu haben, spitze Stacheln wuchsen aus seinem Schultern und Oberarmen. Ich brauchte mehrere Sekunden, um meinen Brechreiz zu unterdrücken, konnte nur aus Selbsterhaltungstrieb in letztem Moment parieren, erst dann konnte ich den Kampf gegen das Ungetüm aufnehmen. Ich war in diesem Moment unendliche dankbar, dass mein Herr mich unermüdlich in den wenigen freien Stunden, die er hatte, im Schwertkampf geschult hat. Ich kämpfte gegen die Kreatur, bekam einen Treffer an der linken Schulter, meine Lederrüstung verhinderte zwar, dass die rostige schartige Klinge in meine Schulter eindrang, aber der heftige Schlag betäube meinen gesamten linken Arm. Tränen schossen mir in die Augen, ich stach unkontrolliert gegen meinen Gegner traf, traf seinen Bauch unterhalb des eisernen Brustplatte. Mein Schwert drang durch den Körper meines Gegners, ich spürte einen Widerstand, biss meine Zähne zusammen, nahm all meinen Hass zusammen und trieb das Schwert durch das Rückgrat meines Gegners. Die Kreatur schrie mir ihren Schmerz entgegen, stinkender Speichel spritze über mein Gesicht, der Gestank des Atems rief wieder einen Brechreiz in mir hervor, aber die Beine der Kreatur gaben nach, und sie rutschte augenblicklich von meinem Schwert. Ich hatte arge Probleme den mit Schweiß und das Blut verschmierten Griff festzuhalten.



Ich blickte nach unten auf die am Boden liegende Kreatur, sie hatte ihr Schwert aus ihrer Klaue verloren, schaute mich aber immer noch mit hasserfüllten Augen an. Ich konnte mein Glück kaum fassen, ich hatte meinen ersten wirklichen Schwertkampf, dann auch noch gegen eine Kreatur der dunklen Mächte und ich lebte noch. Das ist mehr Glück, als meine Familie damals hatte.
Ein Hexenjäger und Ekkbert kämpften gegen einen anderen Tiermenschen, und rangen in gerade nieder, der Hexenjäger Gottfried von Nuln spaltete der Bestie mit einem mächtigen Schlag den Schädel.
Als uns plötzlich eine Horde Zwerge ehrlos in den Rücken angriff. Mein Herr ließ vier kurze Pfiffe ertönen, unsere Zeichen uns schnell zurückzuziehen.



Wir rannten in den Wald. Hörten hinter uns die Zwerge johlen und die überlebenden Chaosanbeter ihren Sieg herausbrüllen. Den Angriff der Zwerge hatte mein Herr nicht vorausgesehen. Er fluchte, brüllte und schäume vor Wut. Ich schaute mich um, Ekkbert war verschwunden, Bruder Raimund war nicht unter uns, die Flagellanten und die Kampfhunde fehlten auch. Ich war erschüttert. Mein Herr erinnerte uns daran, dass wir hier in diesem verfluchten Land niemand trauen dürfen, selbst die alte Allianz zwischen Menschen und Zwergen war brüchig geworden. Wir hätten es heute an eigenen Leib erfahren, selbst Zwerge lassen sich von den verderben Mächten verführen! Wir hatten heute gläubige aufrichtige Männer verloren, durch einen hinterhältigen Verrat der verdammten Zwerge. Wir sollten stark im Glauben sein, wachsam, unsere unsterbliche Seele durch einen Panzer aus Hass, einem scharfen Verstand, sowie einer scharfen Klinge und der reinigen Kraft des Feuers, schützen.
Nach einem stillen Gebet für unsere getöteten Kampfgefährten, brachen wir auf, um uns noch einmal in dem Dorf umzuschauen. Es war wirklich verlassen, selbst die heute getöteten waren nicht mehr zu finden. Wir durchsuchten die ärmlichen Holzhäuser. Es schien aber, dass sie schon seit langem verlassen waren, alles war mit einer dicken Staubschicht bedeckt. Wir fanden nichts von Wert und konnten auch nicht ergründen, warum das Dorf verlassen worden ist.
Mein Herr befahl uns das gesamte Dorf niederzubrennen und weiter Richtung Mortheim zu ziehen.


Um es mit den Worten meines alten Kali-Trainers zu sagen:
"Wenn Du einen Hammer in der Hand hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus!!"

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 02.09.2016 20:53 von Lexy.

02.09.2016 20:25
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Glorian Underhill
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Sehr sehr geil geschrieben!
Bitte mehr!


03.09.2016 20:06
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Mshrak
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Naaaa. Ich gucke mal ob ich mir nicht ne Stumpenzbande machen werde...


Meine Strasse....mein Leben.....mein Blog

Zitat aus der GW-Fanworld:
"...Welche Armee stellt einen schwächlichen Schlumpf aufs Schlachtfeld, der dafür sorgen kann, dass alle weglaufen und gibt ihm nicht mal ein T-Shirt mit auf den Weg, während alle anderen mit Schutzschilden rumlaufen..."
05.09.2016 14:28
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Lexy
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Beitrag: #4
RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Dankeschön...


Im Jahre des Sigmar, 08.Nachhexen 2000, Mortheim

Was für Wochen, ich weiß nicht ob ich die Ereignisse alle richtig wiedergeben kann. Auch wenn alle Anzeichen und Omen darauf hingedeutet haben, dass die Welt in der Nacht zum Hexentag untergehen würde, wir sind dank der Gnade Sigmars hier und sind dafür bestimmt sein Werk zu vollenden und die Ketzer der reinigen Kraft des Feuers zu übergeben.
Wir wanderten weiter, mein Herr mahnte uns zur Eile, aber durch das schlechte Wetter und dem Regen und Schnee war an ein schnelles vorwärts kommen nicht zu denken. Die Reichsstraße war komplett aufgeweicht und schlammig. Unsere kleine Gruppe schaffe am Tag, wenn es hoch kam 15 Meilen, dazu kam, dass die Dörfer und Flecken völlig verlassen waren. Die Gaststätten waren verwaist. Manchmal trafen wir einen einsamen Bauer, oder eine zurückgelassene Familie. Alle Befragten erzählen dasselbe. Die restlichen Bewohner haben schon vor Monaten ihre Häuser verlassen und sind Richtung Mortheim gezogen, um die Ankunft Sigmar Heldenhammers nach der Prophezeiung des Propheten Macadamnus zu feiern.
Mein Herr glaubte nicht an die Prophezeiung, er wollte es zwar, das erkannte ich bei den kurzen Gesprächen die wir führten, aber die meiste Zeit war mein Herr in sich gekehrt und brütete vor sich hin. Er hoffte so sehr, dass unser Herr und Gott wieder auf unsere Welt herabsteigen würde, um unsere Feinde zu besiegen und die Ketzer der gerechten Strafe zu zuführen. Aber mein Herr vermutete, dass diese Himmelserscheinung eine Täuschung der verderbten Mächte war, um die Menschheit in Versuchung zu führen und die unsterblichen Seelen dieser armen Ungläubigen an sich zu reißen. Mein Herr wollte die Menschheit retten, darum trieb er uns immer zu Eile an. Er musste in die Stadt Mortheim, um die Verderbnis an der Wurzel zu packen und zu vernichten.
Die Woche vor Hexentag schien die Himmelserscheinung dermaßen hell, dass es in der Nacht nicht mehr dunkel wurde und die Wälder in ein diffuses Licht tauchte. In den dunkelsten Schatten sahen wir Mordbrenner und andere Kreaturen, die uns belauerten, umkreisten und verfolgten. Nicht nur einmal sprang mein Herr mit gezogenem Schwert und seinem Schießprügel in die Schatten nur um festzustellen, dass die Kreaturen genauso schnell verwanden wie sie auftaucht waren. Wir begegneten auf der Straße keiner Menschenseele, tagsüber brannte die Himmelserscheinung mittlerweile heller und größer als die Sonne.

Die Nacht zu Hexentag

In dieser Nacht sollte man sich nicht draußen in den Wäldern aufhalten, wenn der Mond Morrlieb die Welt in ein unheimliches grünes Licht taucht. In dieser Nacht trieben schon immer die Mordbrenner und andere finstere Kreaturen ihr Unwesen in den Wäldern und führten ihre dunklen blutigen Rituale durch. Selbst meinem Herrn was es zu gefährlich, in dieser Nacht durch die Wälder zu schleichen. Wir hatten Obdach in einem Wegtempel des Sigmar gefunden. Der Tempel wurde von dem älteren Sigmarpriester Bruder Balduin geleitet. Als sich mein Herr als ein Mitglied des Ordens der Reinigenden Flamme zu erkennen gab, wurden wir von Bruder Balduin überschwänglich als Brüder des Glaubens begrüßt. Er schien glücklich zu sein, dass er diese schwere unheilvollen Nacht mit Glaubensbrüdern verbringen konnte. Wir erfuhren, das Bruder Balduin früher dem Orden des Silbernen Hammers angehört hatte, seiner Rüstung und seinen Hammer aber abgelegte, um hier an einem entlegenen Ort einen Tempel zu leitet und das Wort Sigmars zu verbreiten und auch um die Straßen für Reisende sicherer zu machen.
Am frühen Abend bat noch ein Händler mit seiner jungen Frau um Obdach in dem Tempel. Er erzählte, dass sie aus Mortheim geflohen waren, weil sie die überschwänglich feiernde Menge nicht mehr ertragen konnten. Von überall strömte die Bevölkerung in die Stadt, sie lagerten in den Straßen und vor den Stadttoren. Adam Hölzer, der Händler, erzählte, dass in den Straßen der Stadt der Tod regierte, ausgeraubte Leichen lagen auf den Straßen, aber die feiernde Menge beachtete die Toten gar nicht. Im Fluss Stir trieben Leichen, denn wenn der Verwesungsgestank die feiernde Meute störte, wurden die Körper einfach in den Fluss geworfen. Hinter vorgehaltener Hand erzählte man sich, dass der Kurfürst der Ostmark wilde Orgien in seinem Stammsitz veranstaltete, um die Ankunft Sigmars gebührlich zu feiern. Adam Hölzer erzählte weiter, dass seine Frau Eleonora sich nicht mehr auf die Straße traute, weil sie Angst hatten, überfallen zu werden oder gar noch schlimmeres mit ihr veranstaltet werden würde. Als er von einem Angehörigen der Nachtwache überfallen worden war, hat er seine Frau und die letzten Ersparnisse zusammengerafft und diese verfluchte Stadt noch in der nächsten Stunde verlassen.
Diese Schilderung verstärkte noch die Meinung meines Herren nach Mortheim zu reisen, um die verwirrten fehlgeleiteten Seelen zu retten. Es hörte sich den Bericht von Adam Hölzer schweigend an, mit versteinerter Miene, er schien noch nicht mal zu blinzeln. Ich erkannte nur an seinen angespannten Unterkiefermuskeln und den weißen Fingerknöcheln, welcher Hass im Inneren meines Herren brodelte, und er würde sich durch nichts aufgehalten lassen, um nach Mortheim zu reisen, um seinen heiligen Auftrag zu erfüllen, auch wenn er dabei zu Tode kommen würde.
Wir aßen unser karges Mal schweigend, und versammelten uns danach in der kleinen Kapelle um den Jahreswechsel bettend und schweigend zu verbringen als plötzlich die Erde zu beben anfing. Wir spürten es ganz deutlich, die Erde bewegte sich, als wir einen weit entfernten Knall hörten und ein danach ein leises Grummeln in der Ferne. Die hölzerne Sigmarstatur wankte bedenklich, blieb aber stehen, Staub rieselte aus dem Kreuzgewölbe über uns und ich konnte das Mauerwerk brechen hören. Wir rannten zur Tür, und stürzten ins Freie. Hinter uns fielen Dachziegeln herunter und man konnte hören wie schwere steinerne Gargoyle auf den Boden aufschlugen. Wir hörten ohrenbetäubendes Krachen, zwei Wirtschaftsgebäude des Tempels brachen in sich zusammen. Draußen erkannten wir nach der ersten Schrecksekunde, dass es dunkel war. Kein Licht erhellte den Nachthimmel, nur das giftig grüne Schimmern von Morrlieb tauchte die Umgebung in ein beängstigendes Zwielicht. Die Himmelserscheinung war verschwunden, aber am südöstlichen Horizont konnte man ein rötliches Leuchten erkennen, dass den tiefhängenden Wolken eine orangene Färbung gab.
Wir schauen uns um, alle Bewohner des Tempels schienen unverletzt, und wir waren mit dem Schrecken davongekommen. Bruder Balduin sank auf die Knie und pries unseren Gott das er uns verschont hatte. Mein Herr frohlocke, dass dies ein Zeichen war. Wir wurden durch unseren Herren Sigmar errettet.
Die Nacht verbrachten wir im Tempel, ein Hexenjäger hatte einen kurzen Einwand, dass es gefährlich sein könnte, den Tempel wieder zu betreten, worauf mein Herr ihn anfauchte, wo sein Glauben geblieben wäre. Sigmar wird uns immer beschützen, denn wir verrichteten sein Werk, er hatte in dieser Nacht seine schützende Hand über uns und diesen Tempel gehalten, damit wir auch weiter sein Werk vollrichten können!
Mein Herr sprach leise mit Bruder Balduin und Adam Hölzer, ich konnte keins der Worte verstehen, die sie sprachen, aber mein Herr sprach eindringlich auf den ehemaligen Händler aus Mortheim ein, und Bruder Balduin nickte andächtig. Man konnte erkennen das der Händler Angst hatte.
Gegen morgen verkündete mein Herr seinen Plan. Wir würden alle nach Mortheim aufbrechen, um das Werk unseres Herren fortzuführen, und die Ketzer ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Bruder Balduin und Herr Adam Hölzer und seine Frau würden sich uns anschließen, denn es war Sigmars Wille, er hatte uns hier in dieser verlassenen Einöde zusammengeführt, und uns in diesem Tempel geprüft. Wir brauchten nichts zu befürchten, der Weg würde zwar beschwerlich werden, aber wir würden dadurch nach unserem Tod direkt in sein Reich aufsteigen und an seiner Seite sitzen!
Wir packten unsere Sachen und marschierten weiter Richtung Mortheim.
Je näher wir der Stadt kamen, um so beschwerlicher wurde unser Weg. Entwurzelte oder abgeknickte Bäume lagen auf der Reichsstraße, steinerne Gebäude und Brücken waren eingestürzt, hölzerne Gebäude standen nur noch windschief einsturzgefährdet oder lagen zusammengestürzt als Bretterhaufen am Wegesrand.
Manchmal sahen wir eine abgerissene, menschliche Gestalt zwischen den Bäumen, aber wir konnten diesen Gestalten nie einholten, sie versteckten sich immer im Unterholz. Über Tage trafen wir keine Menschenseele, selbst die Kreaturen der Nacht und die Mordbrenner schienen sich zu verstecken.
Die erste Gruppe von Menschen trafen wir einen Tag vor unsere Ankunft in Mortheim. Sie waren in Lumpen gekleidet, trugen blutige Verbände und staken vor Dreck. Ihre Augen waren leer, und sie murmelten, die ganze Zeit:
Sigmar hat uns für unsere Sünden bestraft, er ist zu uns herabgestiegen, und hat uns für unser sündiges Leben bestraft. Wir sind verdammt, bereut eure Sünden!
Mein Herr wollte mehr von diesen armen Seelen erfahren, aber es hatte keinen Zweck, selbst seine besonderen Befragungsmethoden gaben keine zufriedenstellenden Antworten, das mein Herr entnervt aufgab und die Menschen ihres Weges ziehen ließ. Es begegneten uns noch mehr abgerissene Menschen, die Mortheim, so wie es schien, verlassen hatten, und alle hatten die selben leeren Augen, manche schrien, manche murmelten, aber es schien so, dass die Stadt Mortheim zerstört worden war, untergegangen in der Nacht zu Hexentag, aber niemand konnte uns sagen wie sie vernichtet worden war. Die Menschen beachteten uns auch nicht weiter, manche geißelten sich mit Peitschen, dass ihre Rücken in blutigen Fetzen herunterhangen.
Wir schauten uns ungläubig an, konnten diese Geschichten keinen Glauben schenken, bis wir über den letzten Hügel auf den Stir schauen konnten. Wir sahen Mortheim, und konnten unseren Augen nicht trauen. Vor und lag die Stadt in Trümmern, Häuser waren eingestürzt, Rauch stieg aus den Ruinen auf, und hing wie eine Glocke über der Stadt. Wir sahen einen Krater, im Umkreis um diesen Krater waren die Stadtviertel komplett zerstört. Die Stadtmauer lag im großen Teilen in Trümmern, das Stadtschloss des Kurfürsten brannte noch immer. Die Äcker und Wiesen in der Umgebung schienen verbrannt, Bäume waren umgestürzt. Mein Herr lächelte, und war freudiger Stimmung: Seht hin Brüder und Schwestern, seht die den Zorn unseres Gottes, seht sein Werk, so wird es allen Ketzern ergehen.
Mein Herr sah in einiger Entfernung der Stadt eine paar Zelte stehen, und wir folgten ihm zu diesen Zelten. Wie es sich später herausstellten sollte, würde diese Ansammlung von Zelten und Bretterbuden in ein paar Wochen Cutthroat‘s Den heißen, und ein Sammelbecken für den Abschaum des Imperiums sein.
Aber zurzeit gab es nur ein paar verzweifelte Flagellanten, einen Sigmarschrein ohne Priester und ein paar heruntergekommene Zelte. Vor dem Schrein stand ein Untergangsprophet und predigte von den Sünden der Menschheit und dass wir alle für unsere Sünden bestraft werden müssen.
Bruder Balduin trat dem Propheten entschlossen entgegen und hielt seinerseits eine flammende Rede von der Vergebung der Sünden, das unser Herr und Gott auch Absolution erteilte, wenn man ein gottesfürchtiges Leben führte und seinen Willen gehorchte. Selbst für die schlimmsten Sünden kann die Absolution erteilt werden, wenn der reuige Sünder sein restliches Leben dem Kampf gegen die Sünde und gegen die dunklen Mächte widmete, und mit Freude sein Leben für Sigmar Heldenhammer unseren Herren geben würde.
Mein Herr rief sofort mit lauter tiefer Stimme. Hört diesen heiligen Mann, wir geben euch die Möglichkeit eure Sünden zu bereuen, schließt euch uns an, gebt euer Leben in den Dienst unseres aller Herren und Gott Sigmar Heldenhammer. Wir geben Euch die Möglichkeit die endlose Zeit in den reinigenden Feueren durch eure selbstlosen Taten zu verkürzen. Sigmar unser Herr und Gott will es!
Mein Herr schaffe es, drei Flagellanten anzustacheln uns zu flogen. Der Untergangsprophet schrie und brüllte, es würde keine Gnade geben, nie, wir würden alle in Sünde sterben, er hätte es in seinen Träumen gesehen, Sigmar hatte persönlich zu ihm gesprochen! Woraufhin mein Herr und die Hexenjäger ihre Waffen zogen, Bruder Balduin trat auf den Mann zu und zischte, das er aufpassen sollte, durch seine ketzerischen Behauptungen, unser Herr spreche zu ihm, stände am Ende der Scheiterhaufen und nichts anders! Den Rest konnte ich leider nicht verstehen, aber der Prophet wurde bleich, murmelte eine Entschuldigung und rannte so schnell ihn seine Füße tragen konnten aus der Ansammlung ärmlicher Behausungen.
Mein Herr wollte am morgigen Tage bei Sonnenaufgang in die Stadt aufbrechen, um sich selbst ein Bild von der Zerstörung zu machen.

Bereut Eure Sünden, das Ende ist nah...


Um es mit den Worten meines alten Kali-Trainers zu sagen:
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15.09.2016 20:35
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Glorian Underhill
Rudelwolf
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

„Name?“
fragt der Zwerg der ein aufgeklapptes Buch mit der linken Hand auf dem Unterarm abgestützt hielt und mit der rechten eine Schreibfeder führte.

„Gottri Guttisson, Trollschlächter!“ erwiderte der Zwerg fröhlich. Es war zu dieser Jahreszeit im Monat des Nachhexen kalt im Imperium der Menschen. Aber der Slayer trug nur eine kleine Weste, eine rot-weiß gestreifte Hose und ein rotes Barett mit dem er sich offenbar sehr fesch vorkam.

„Aha.“ Quittierte der Zwerg mit dem Buch und kritzelte den Namen des Drengi in selbiges.
„Du bekommst pro Tag einen Shilling und zwei Humpen Bier pro Tag. Mach dein Zeichen hier.“
Er hielt das Buch dem Slayer hin wo dieser eher unbeholfen seine Namen und Klanrune setzte.
Der Zwerg mit dem Buch nahm zur Bestätigung des eben gesagten aus seiner Geldkatze eine imperiale Münze und drückte Sie Gottri in die schwielige Hand.

Der Slayer schaute sich um. Er hatte schon öfter Gruppen zwergischer Prospektoren, Schatzsucher oder manchmal auch Wegelagerer sprich Steuereintreiber gesehen und ein paar Wochen bei Ihnen angeheuert. Aber dieser Haufen war anders. Er sah viele blaue Uniformen, viel salutiere und wenn die Zwerge gingen taten sie es im Gleichschritt. Und jeder der Zwerge schien eine Pistole, Muskete oder eine ungesunde Anzahl an tragbaren Bomben mit sich herumzuschleppen.

„Aye, was genau seid ihr denn für ein Haufen?“ fragte er den Zwerg mit dem Buch.

Der Zwerg schaute ihn über den Rand der Regimentsliste an.
„Wir sind die Dritten Bitterstone Thunderers.“ antwortete er. Also ob das irgendwas erklären würde.

Dem Slayer erklärte das Garnichts. Deshalb wartete er auf eine weitere Erklärung.
Als diese nicht kam fragte er: „Und wohin, eh … geht‘s Kumpel?“

Der Zwerg klappte das Buch zusammen und verstaute es in einer Schlaufe an seinem Gürtel. Dann setzte er seinen grauen breitkrempigen Hut auf und sagt lächelnd:

„Nach Mortheim. Der Graf schuldet König Okrim von Karak Azgaraz Gold. Und wir kommen um ihn daran zu erinnern es zu bezahlen.“
Das Lächeln aus dem Gesicht des Zwergs verschwand und er fügt mit ernster Miene hinzu: „Und es heißt Kaptain wenn du mich ansprichst Rekrut.“

„Rekrut?“ Verwirrung zeigte sich im Gesicht des Slayers.

„Richtig Rekrut. Willkommen in der Arnee des Karaz Ankors. Du hast den Schilling des Hochkönigs genommen und bist nun Teil des Throngs des Immerwährenden Tiefenreiches.“ Er tippte mit einem Finger auf das Buch an seinem Gürtel.

Er fuhr fort: „Und ich bin Kaptain Lesti Ardisson.“
Lesti drehte sich in Richtung der versammelten Zwerge.
„Ausrüstung aufnehmen! Abmarsch in fünf!“ rief er mit einer Stimme die Gewohnt war dass die anderen Zwerge aufhörten zu sprechen wenn er sie erhob.

„Sergeant Finvjer! Bringen Sie diesen Wazzok in die Kollone!“
Ein älterer Langbart führte den immer noch verwirrten Gottri am Arm ans Ende der sich formierenden Kolone.

Auf ein Zeichen setzten sich die Zwerge in einer Zweierreihe in Marsch. Und während sie ein Lied über das tief vergrabene Gold im Schoße einer Zwergin sangen starrte Gottri immer noch auf die Münze in seiner Hand. „Der Schilling des Hochkönigs.“ Dachte er. Eigentlich wollte er doch nur durch die Länder der Menschen ziehen, kämpfen, saufen und fressen. Nicht unbedingt in dieser Reihenfolge. Und der Slayereid erlaubte Ihm dies alles ohne die Zwänge von Klan, Familie, Arbeit und enger Höhle zu tun. Wo war er da reingeraten?

An der Spitze der Kolone wandte sich Lesti an Sergeant Finvjer: „Der Graf weiß gar nicht was ihn treffen wird. Ich würde sagen er hat demnächst eine Verabredung mit dem Schicksal.“

Der Graf hatte an diesem Abend tatsächlich eine Verabredung mit dem Schicksal als es in Form eines riesigen Kometen in seine Stadt krachte.


16.09.2016 11:33
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Asmodis
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

@Alex: Sehr schöne Geschichten. Lassen sich gut lesen.

@Flo: Thumb


Mein Armeeaufbau: http://www.gw-fanworld.net/showthread.ph...ost3471231
16.09.2016 15:16
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Lexy
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Danke!


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20.09.2016 7:37
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Lexy
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne



Im Jahre des Sigmar, 13.Nachhexen 2000, Mortheim „Stadt der Verdammmten“ Tag 1

Wir sind zurück in der armseligen Ansammlung windschiefer Zelt. Wir sind zurück aus Mortheim, erschöpft und glücklich noch am Leben zu sein. Die Stadt scheint wirklich komplett zerstört, aber nicht verlassen, wie es mein Herr auch schon seit Anfang an vermutet hatte.
Wir sind vor zwei Tage an einem kalten Morgen in aller Frühe aufgebrochen um in die Stadt vorzudringen. Wir bewegten und langsam und vorsichtig durch die Ruinen. In manchen Häusern brannten noch kleine Feuer, Rauch hing in den Straßen und es roch nach verbannten Holz und verbrannten gegrillten Fleisch. In den Straßen lagen Schutt und Gerümpel, öfters sahen wir Leichen oder Knochen in den Straßen liegen. Alle Häuser schienen verlassen zu sein, leere Fensteröffnungen starrten uns an. Die früher weißgetünchten Fassaden waren durch Ruß schwarz gefärbt.
Manchmal konnte man fremdartige Zeichen in bräunlicher Farbe auf den Häuserwänden erkennen. Wir sahen große fette Ratten durch die Trümmer laufen. Sie beobachteten uns mit bösartigen Augen, fauchten uns an, als ob wir in ihr Reich eingedrungen wären. Wenn man einen Stein nach ihnen warf, sprangen sie nur zur Seite, sie machten keine Anstalten vor uns wegzulaufen.
Mein Herr sagte, wir sollten sehr vorsichtig sein, er könnte fühlen, wie das Böse durch die Straßen schleichen würde. Bruder Balduin untersuchten die fremdartigen Zeichen an den Wänden mit meinem Herrn, und kamen zu dem Schluss, das als Farbe wohl Blut und Asche gemischt worden war, aber sie konnten den Sinn und Zweck dieser Zeichen nicht erklären.
Wir teilten uns auf, um dieses Viertel besser durchsuchen zu können. Adam Hölzer erzählte uns, dass hier in der Nähe die Stallanlagen der imperialen Garnison liegen würden. Aber die Pferde wurden schon lange vor dem Urteil unseres Gottes an gierige Händler verkauft und geschlachtet, um die gefräßige feiernde Meute zu versorgen.





Ich war gerade mit einem Hexenjäger Herrn Schreiner und unserem Gefährten Hans in der dritten Etage eines zerstörten Bürgerhauses als wir plötzlich unsere Hunde laut bellen hörten. Zwei schnelle Pfiffe meines Herren ertönten, kurze Zeit später hörten wir einen Schuss, wir beeilten uns das zerstörte Treppenhaus herunter zu kommen, ohne uns dabei umzubringen und stürmten auf die Straße.













Ich hörten das klirren von Waffen, Schrei und Brüllen, an uns rannte ein Kampfhund winselt mit blutigen Fell vorbei. Wir griffen unsere Waffen und rannten auf dem Kampf zu, aber wir kamen zu spät, der Kampf war schon zu Ende. Wir fanden meinen Herren bewusstlos in einer Pfütze liegen, sein Helm war auf der linken Seite stark verbeult, ein Flagellant lang wenig Schritte entfernt im Dreck, sein Brustkorb war eingedruckt, wahrscheinlich alle Rippen gebrochen. Ich wusste sofort das er Tod war. Hinter einer Ecke taumelte uns der Hexenjäger Gottfried aus Nuln entgegen. Seine linke Gesichtshälfte war blutüberströmt, er hatte einen tiefen Schnitt von seinem grauen Haaransatz bis zum Kinn. Es schien das er bei diesem Kampf sein linkes Auge verloren hatte. Wir fanden nach längeren Suchen auch Bruder Balduin wieder, Adam Hölzer folgt einfach den Schleifspuren auf dem Boden. Der Priester lag ausgeraubt in einer Hausruine. Wir brachten unsere Verwundeten in ein verlassenen Laden und entfachten in einem Kamin ein Feuer um unsere kalten müden Gliedmaßen zu wärmen. Selbst die zwei Flagellanten waren ruhig, und betteten in aller Stille um die Vergebung unserer Sünden. Beim Durchsuchen des Ladens fand ich auch noch eine Goldkrone, das erste Mal in meinem Leben, dass ich so viel Geld in der Hand gehalten hatte.
Wir versorgen die Verwundeten und Adam und ich sollten in der Nacht Wache halten. Gottfried saß bei uns. Er erzählte mir, das sie auf dieselbe verfluchte Gruppe Zwerge gestoßen waren, die uns schon vor drei Wochen überfallen hatte. Die Zwerge, die mit den Mordbrennern zusammengearbeitet hatten. Mein Herr sei wie von Sinnen auf die Zwerge zugestürmt und wollte diese verfluchten Kreaturen zur Strecke bringen, aber wieder hatten die Chaoszwerge einen Hinterhalt gelegt. Diesen verfluchten Kreaturen darf man nicht trauen, als erstes schalteten sie meinen Herren aus. Dann töteten sie den Flagellanten und schalteten Bruder Balduin aus. Der Hexenjäger Gottfried sah sich einer Übermacht dieser verdammten Kreaturen gegenüber, nur dank seiner schnellen Reflexe lebte der Hexenjäger noch und hatte nur sein Auge verloren. Sie schlugen ihm hinterhältig in den Rücken und schließlich überwältigten die Zwerge ihn. Aber dank unseres Gefährten Adam, der sich mutig dem Feind entgegenstellte, und dabei noch zwei dieser Kreaturen ausschaltete, leben wir noch. Adam Hölzer erzählte wie er heldenmutig gegen die Zwerge gekämpft hatte. Ich wusste nicht, ob ich neidisch auf ihn sein sollte, nicht an dem Kampf teilgenommen zu haben, oder glücklich, wenn ich die Verletzungen so sehe, nicht kämpfen zu müssen.
Nach einer kurzen ereignislosen Nacht, kehrten wir der Stadt der Verdammten den Rücken, um unsere Wunden zu versorgen und uns bessere Ausrüstung zu besorgen. Der letzte Kampf nagte an meinem Herrn, aber sein Glaube in unseren Gott und Erlöser Sigmar Heldenhammer war ungebrochen. Wir würden weiterhin schwere Prüfungen unseres Glaubens über und ergehen lassen. Unser Gott Sigmar wird uns jeden Tag in unserem Glauben prüfen und nur, wenn wir in unserem Glauben nicht schwanken, könnten wir sein Werk fortführen.
Mein Herr sprach mit Flüchtlingen aus der Mortheim, bei machen erkannte er die Spuren der Ketzerei und der Gotteslästerei, dass Herr Schreiner und Gottfried aus Nuln weitere Befragungen durchführen mussten. Selbst als Laie konnte man überall die Zeichen der dunklen Mächte erkennen. Am Ende gaben alle die Befragten freimütig ihre Sünden zu, und waren glücklich, dass mein Herr ihre Ketzerei erkannt hatte, und ihnen die Möglichkeit gab, ihre unsterbliche Seele durch die reinigende Kraft das Feuers zu erretten.

In diesem Sinne
Bereut, dass Ende ist nah…


Um es mit den Worten meines alten Kali-Trainers zu sagen:
"Wenn Du einen Hammer in der Hand hast, sieht jedes Problem wie ein Nagel aus!!"

Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 22.09.2016 22:17 von Lexy.

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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Alter Schwede sieht der Tisch und die Häuser gut aus....


22.09.2016 23:43
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

japp, aber es müssen halt noch ungefähr doppelt so viele Häuser drauf, damit das wirklich nach Stadt aussieht.


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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Sergeant Finvjer rümpfte die Nase. Der Gestank der Gäule hing immer noch in der Luft und auf der Straße. Obwohl schon lange keine Pferde mehr hier waren und ein Meteorit mit göttlicher Zerstörungswut und Verwerfungsgestein in die Stadt geschlagen war.
Aber der Pferdegestank ging einfach nicht raus. Captain Lesti hatte ihm aufgetragen mit Noergl und Bjarni dieses Viertel der Stadt zu untersuchen. Vom ursprünglichen Plan den Graf an seine ausstehenden Zahlungen zu erinnern war leider nicht mehr viel übrig geblieben. Hauptsächlich weil vom Grafen nicht mehr viel übrig war.

Captain Lesti war ob der Zerstörung einer menschlichen Stadt aber relativ gefasst geblieben fand Sergeant Finvjer. Er war in seinem Zelt verschwunden und hatte unkontrolliert wildes Zeug geschrien.
Während dessen hatten die meisten Thunderers sich Aufgaben gesucht, damit es so aussah als ob sie beschäftigt wären wenn er wieder hervortreten würde.

Als nach einer halben Stunde der Captain leiser wurde und die Beschäftigungen rarer, Bjarni hatte schon zum dritten Mal Kaffee gekocht und die ersten beiden Kannen standen noch beim Lagerfeuer, war der Captain aus seinem Zelt gekommen und hatte verkündet, dass uns der Graf immer noch Geld schulde; tot oder nicht spiele da keine Rolle.
Und da der Graf mit seinem Land hafte, würden wir nun das ausstehende Gold eintreiben. Aus dem Lehen des Grafen, eben der verwüsteten Stadt Mortheim. Des Weiteren, da sich offenbar nun überall in der Stadt diese schwarz-grünlichen Steine befanden die vom Himmel gefallen waren, wären diese gleich zu behandeln wie mineralische Erträge eines Lehens oder einer Mine und defacto Graf von Steinhardts Eigentum.
Dementsprechend würden sie so lange dieses schwarze Gestein sammeln bis das Gold eingetrieben worden war. Für die Versorgung der Truppen sollte sich vom Land ernährt werden.

Die meisten Thunderer konnten der Logik des Captains folgen. Tot befreit nicht von Schuld, das weiß jeder Zwerg. Und der Teil mit ‚vom Land ernähren‘ bedeutete plündern. Einige von den gierigeren Zwergen, also gut zwei Drittel der Truppe, genehmigten sich ein schiefes Grinsen unter ihren Bärten.

Nun war also Finvjer mit dem Rekruten Bjarni und dem Runenschmied Noergl Morgrimmson in diesem stinkenden Stadtteil dieser stinkenden Stadt unterwegs und hatte weder Gold noch diese seltsamen Steine gesehen. Doch was war das!?
Da vorne in dem Haus bewegt sich was.

Finvjer bedeutete Noergl und Bjarni ihm zu folgen. Sie gingen auf das Haus zu und jetzt konnte Finvjer durch das Fenster einen Menschen im Haus sehen. Er wollte gerade die Hand heben und ihn grüßen als dieser seine Pistole zog und grob in Finvjers Richtung zielte.

„Stirb du elender Hexer!“ brüllte der Mensch mit einiger Inbrunst und viel fliegendem Speichel.

„Hexer?“ sagte Finvjer und dreht sich um. „Wo?“
Er schaute in die Ruinen hinter sich, um dieser neuen Gefahr zu begegnen als er das bellen einer Pistole hörte.
Das schwere Bleigeschoss flog an seinem Kopf vorbei, eben an der Stelle wo vor kurzem noch sein Gesicht gewesen war.
„Der verrückte Umgi schiest auf mich!“ brüllte Finvjer, „Angriff!“

Noergl und Bjarni machten sich bereit in das Haus zu stürmen und dem Kerl in seinem langen schicken schwarzen Ledermantel Manieren einzuprügeln. Doch kaum waren sie um das Haus gelaufen stand da ein weiterer Mensch mit Hammer und Fackel und ein Hund der aussah als ob er ohne große Mühe einem Zwerg den Kopf abbeißen könne.

Ein wildes Gemenge entstand und zwergische Hämmer trafen menschliche Knochen. Und egal was von beiden mehr Schwung hatte, dem zwergischen Hammer passierte nix. Finvjer hatte seine Pfeife im Mundwinkel und Pfiff das Signal für einen Hinterhalt, bald sollte eine weitere Patrouille ihnen zur Hilfe kommen.

Doch auch die Menschen hatten offenbar Verstärkung erhalten. Wilde Burschen ohne Kleidung, wirren Frisuren und gigantischen Flegeln dreschten auf die Zwerge ein.
Schon fiel Bjarni mit einem Kopftreffer!
Doch hörte Finvjer schon das Schnaufen der Verstärkung. Captain Lesti war bei ihnen und sprang sofort in den Nahkampf mit dem verwirrten Pistolenschützen.

Doch nun waren die wilden Flegelburschen an ihm dranne und er spürte einen Schlag gegen den Kopf und dann war da nur noch schwarzer Sirup in seinem Kopf und Ohr.



Er kam wieder zu sich und sein Kopf dröhnte wie eine jubelnde Menge beim jährlichen Fassende-Fest im Winter. Sein Schädel tat weh wie neulich als ihn die Schankmeid abgeworfen hatte und er mit dem Kopf gegen den Bettpfosten geknallt war.

Doch dies war tatsächlich eine johlende Menge die er hörte. Seine Uniform war zerrissen und sein Helm weg. Außerdem war es recht zugig an seinen Dongliz da ihm offenbar auch jemand die Hose geklaut hatte. Er richtete sich auf und sah, dass er in einer Art Erdgrube stand die an den Wänden drei Meter in die Höhe ging. An diesem Rand stand eine Schar an Zuschauern die wild geifernd offenbar auf eine Art Vorführung wartete.

„Öj Zwerg, iach moach di fettich!“ dröhnte es vor ihm.
Ein Hüne von einem Menschen ragte vor Ihm auf. Lange hellbraune Haare fielen von seinem Kopf und sein Muskelbepackter Körper war ziemlich unbekleidet und zur weiteren Effekthascherei mit Öl eingeschmiert.
Die Unterhose aus Fell kam Finvjer aber dann doch etwas übertrieben vor, aber im Moment durchaus verlockend vor.

Vor ihm im Dreck lagen zwei Hämmer. Es waren nicht seine eigenen sondern wenn er sich recht erinnerte trug diese beiden der Mensch in der rotten Kutte. Der Freund von dem verwirrten Pistolenschützen.
Er nahm beide auf und prüfte ihr Gewicht und den Schlagwinkel. Der Schmied hatte auf die Seiten der Hämmer einen zweigeschweiften Kometen graviert.

Währenddessen erklärte der Grubenkämpfer vor ihm der Menge was das Beste im Leben sei; Irgendwas mit heulenden Frauen vernahm Finvjer.

„Gut mein Jung!“ sagt Finvjer. „Bringen wir es hinter uns.“
Er streckte den linken Hammer dem Grubenkämpfer entgegen und hielt den rechten Hammer über seinen Kopf zum Schlag. Die klassische Khazak-Klinka-Haltung welche einem Zwerg direkt nach seinem ersten Bartwuchs beigebracht wurde. Also in etwa so mit fünf Jahren.

Das Jubeln der Menge steigerte sich weiter ob der Aussicht auf einen richtigen Kampf und nicht nur dem abschlachten eines unglücklichen Abenteurers aus Mortheim. Der Grubenkämpfer mit dem seltsamen Akzent und der Zahnlücke kam grinsend auf ihn zu. Seinen Morgenstern ließ er wild kreisen.

Finvjer duckte seinen Kopf noch tiefer so das sein Bart fast den Boden berührte. Mit fester Stimme brüllte er:
„Pappa brauch einen Schlüppi!“



Finvjer marschierte durch das Holztor von Brigandsburg. Die beiden Hämmer hatte er in seinen Gürtel gesteckt, welcher auch die Fellunterhose vom runterrutschen abhielt. Halsabschneider und Gesindel machten nun einen Bogen um ihn. Die Kunde vom Zwerg ohne Hose, der Crom den Grubenkämpfer besiegt hatte und dann nicht dessen Waffen nahm, sondern dessen Unterwäsche, war auch bis hierher gedrungen.
Einer von den schmierigen Gesellen hielten sogar demonstrativ mit einer Hand im Gürtel seine Beinkleider fest als er ihn beäugte.

Aber das mit der Hose war trotzdem nicht gut dachte Finvjer, das wird Ärger mit dem Captain geben….


23.09.2016 10:31
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Saugeil Florian... was ist das schönste in Leben?.... Conan sag du es mir!

Aber ganz im Ernst, welcher Troll klaut einem Zwerg die Hose?

In diesem Sinne...


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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Hallo, ich bin diese Woche leider verhindert. Deine Hexenjäger haben also noch eine Woche länger Zeit bevor sie die Reihen der Untoten verstärken *hüstel*


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26.09.2016 19:46
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

mmmm... wieder nicht den Ausgang aus der Gruft gefunden?


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27.09.2016 10:44
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

so in der Art Icon_wink


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27.09.2016 13:26
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Lexy is da, Icke und Daniel. Jetzt noch Asmodis aktivieren und wir sind doppelt cool mit zwei Spielen gleichzeitig.


27.09.2016 16:29
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Im Jahre des Sigmar, 23.Nachhexen 2000, Mortheim „Stadt der Verdammmten“ Tag 2



Wir verbrachten unsere Tage in Cutthroat‘s Haven. Langsam strömten immer weiter Menschen in den Ort. Abenteurer und landloses Gesindel aus dem gesamten Imperium schienen von dem Ort angezogen zu werden, wie Motten vom Licht angezogen werden. Wir waren erst ein paar Wochen in dieser armseligen Ansammlung von Zelten und Verschlägen, aber die Bevölkerung schien stetig zu wachsen. Ein findiger Händler hatte schon angefangen aus alten Baumstämmen so etwas Ähnliches wie eine Wirtschaft aufzubauen und verkaufte für viel Geld alles was man für sein Leben brauchte, vor allem Alkohol und Drogen, und Freudenmädchen baten ihre Dienste hier an.

Wir hörten, dass hinter vorgehaltener Hand geflüstert wurde, er würde in den Ruinen von Mortheim einen unbekannten grünen Stein geben. Niemand wusste woher dieser Stein plötzlich gekommen war, aber es wurde behauptet, dass dem Stein magische Kräfte innewohnten. Mein Herr vermutete das es sich bei diesem Stein in Wirklichkeit um Morrstein handelte, und wenn man diesen Stein zu Staub zermahlen würde, könnten die verderbten Mächte diesen Staub benutzen, um ihre Hexenkünste noch mächtiger werden zu lassen. Mein Herr vermutete, wenn sich dieses Gerücht im ganzen Imperium verbreiten würde, dass es hier Morrstein zu finden gab. Es würden noch mehr Glückritter und Halsabschneider herkommen, um nach diesem verfluchten Stein zu suchen. Spätestens dann würde jede Ordnung zusammenbrechen und die Menschen würden nur noch von der Gier nach Macht und Geld getrieben. Mein Herr hatte so etwas schon einmal in jungen Jahren in den Barren Hills erlebt. Aber damals hatte man in der Nähe des Dorfes Guttow nur Gold gefunden. Innerhalb von Wochen waren Glückritter und der Abschaum des Imperiums in den Barren Hills eingefallen und mit dem Abschaum hielten auch Mord und Todschlag Einzug. Aber hier würde es noch schlimmer werden! Hier würden selbst die Diener der verderbten Mächte in Erscheinung treten, um so viel Morrstein wie möglich an sich zu reißen.

Mein Herr musste die Gerüchte über den gefundenen Morrstein überprüfen und trieb uns zum Aufbruch. Eilig brachen wir auf, und wieder drangen wir in die Ruinen von Mortheim ein. In der Nacht hatte es geschneit, und auf den Straßen lag eine frische Schicht aus Neuschnee. Manchmal konnten wir im Schnee frische Spuren erkennen, die Spuren schienen aber von keinem menschlichen Wesen zu stammen. Die Abdrücke im Schnee waren länger als ein menschlicher Fuß und man konnte an den Zehen die Abdrücke von Krallen erkennen. Manchmal sahen wir auch Abdrücke von mehreren schweren Stiefeln, und es schien, dass eine Herde Ziegen diesen Kreaturen mit Stiefeln gefolgt wäre. Mein Herr untersuchte die Spuren und ich konnte ihn murmeln hören, dass es wirklich schlimm war. Die beiden Hexenjäger zogen ihre Waffen, Bruder Balduin beobachte die Umgebung. Mein Herr sagte nur ein Wort: Mordbrenner. Er schüttelte den Kopf, und murmelte vor sich hin, sie sind schon hier, dass wird wirklich schlimm. Langsam stand er auf.

Männer, seit stark in Eurem Glauben, die Gerüchte sind war, Mordbrenner sind schon in der Stadt, und es scheint, dass sie sich mit den Kriegern der verderbten Mächte zusammengetan haben. Vertraut in unseren Gott uns Erlöser Sigmar Heldenhammer, er wird uns auch in den dunkelsten Stunden zu Seite stehen, und bettet, dass seine Kraft und sein Mut uns erleuchten werden!







In diesem Moment schrie einer der Flagellanten: Dort sind sie, Mordbrenner und Mutanten, brennen sollen sie! Die drei Flagellanten rannten sofort Richtung des Gegners. Mein Herr rief uns zu, dass Herr Schreiner und ich die Mordbrenner hinter der alten Brauerei umgehen sollten. Mein Herr und die Anderen folgten den Flagellanten. Herr Schreiner, der Hexenjäger und ich bewegten uns so schnell wir konnten um die zerstörten Gebäude der alten Brauerei von Mortheim, um den Mordbrennern in den Rücken zu kommen. Die Kampfhunde hatten Witterung aufgenommen und zogen an ihren Ketten. Ich ließ die Ketten los, und die Hunde rannten um eine Ecke. Wir hatten Probleme auf dem glatten Boden den Hunden zu folgen. Als auch ich um die Ecke bog, sah ich auf der Straße zwei in Eisen gerüstete Gestalten, die Helme mit Hörnern verziert. Die schweren Eisenplatten ihrer Rüstungen waren mit dem achteckigen Stern der dunklen Mächte geschmückt und die Krieger trugen schwere Hellebarden. Zwei graue riesige hundeähnliche Wesen folgten den Kriegern der dunklen Mächte.







In der selben Sekunde erreichten die Kampfhunde einen einzelnen Mutanten, sprangen die Kreatur an und rissen sie zu Boden. Der Mutant wehrte sich vergebens, ein Hund verbiss sich im Kopf des Mutanten und zerfetzte ihm das Gesicht, der zweite Hund biss in den Oberarm der Kreatur und beide Kampfhunde waren dabei, die Kreatur zu zerfetzen, als die beiden Krieger der dunklen Mächte mit ihren Hunden dem Mutanten zu Hilfe eilten. Ich hoffe das es für diese Hilfe schon zu spät war, fasste meine Axt fester und stürmte den zwei in Eisen gerüsteten Kreaturen entgegen. Neben mir, bewaffnet mit seinem kurzstieligen Kriegshammer, schlug der Hexenjäger auf einen Krieger ein. Ich kämpfte das erste Mal gegen so einen Gegner, mein erster Schlag mit der Axt traf den Brechrand der linken Schulter meines Gegners. Meine Axt durchschlug die Rüstungsplatte, ich konnte die Kreatur verletzen. Ich sah wie sofort schwarzes Blut aus der der tiefen Scharte der Panzerplatte sickerte, aber die verletzte Schulter schien ihm nichts auszumachen. Er schlug mir mit dem gepanzerten Handrücken ins Gesicht. Ich dachte mein Schädel platzte und dass mein Kiefer gebrochen war. Sofort schmeckte ich Blut in meinem Mund. Ich taumelte zurück, hörte wie die Kampfhunde winselten. Ich sah die Hellebarde in einem horizontalen Schwung in Bauchhöhe auf mich zu rasen und sprang zurück. Herr Schreiner schlug mit dem Hammer nach dem Krieger und traf ihn am Helm. Auch dieser Treffer schien den Krieger nicht zu beeindrucken. Der zweite Krieger rückte gegen Herrn Schneider vor. Man durfte, auch wenn diese Kreaturen schwere Rüstung trugen, nicht glauben, dass sie dadurch langsamer waren. Die Bewegungen waren unglaublich schnell und fließend. Der Hexenjäger wurde von einer Hellebarde am Oberschenkel getroffen. Die Klinge durchtrennte den Oberschenkelmuskel bis auf den Knochen. Herrn Schreiners Beine knickten weg und er sack auf die Knie. Der dunkle Krieger schmetterte sein Knie gegen den Kopf des Hexenjägers, brüllte etwas in einer Sprache, die ich noch nie gehört hatte, dreht sich um und schritt die Straße entlang. Der Hexenjäger lag wahrscheinlich bewusstlos am Boden. Die hundeähnliche Kreatur fiel über den Hexenjäger her und aber verbiss sich in seinem schweren Mantel. Ich stand dem letzten Krieger gegenüber. Schwarzes Blut tropfte an der Rüstung meines Gegners hinab. Ich versuchte nochmal meinen Gegner anzugreifen, aber der Krieger schlug mir die Axt aus der Hand und ergriff mich am Hals und hob mich hoch. Der Krieger war vielleicht zwei Köpfe größer als ich, meine Füße berührten nicht einmal mehr den Boden. Er sprach in einer rauen, tiefen Stimme zur mir, wenn ich daran denke, stehen mit immer noch die Haare zu Berge und mir kommt es vor, dass ich seinen sauren stinkenden Atem immer noch riechen konnte.



„Dein Blut ist zu wässrig und du bist es nicht Wert meinem Gott geopfert zu werden, ich habe gegen Könige und Heerführer gekämpft, aber Du bist ein Nichts, ein Bauernlümmel, unter meiner Würde, aber Du hast mir eine Wunde zugeführt, das ist mehr als mach anderer gegen mich ausrichten konnte. Darum gewähre ich Dir eine Gunst, die ich sonst niemanden gewähre. Aber merk Dir meine Worte, ich warte in diesen Ruinen auf Dich, und wir werden uns wiedersehen, und dann werde ich dein Blut auf einem Altar meines Gottes opfern. Und erst wenn der letzte Tropfen deines Lebenssafts aus deinem Adern fließt, wird Deine Seele bis ans Ende aller Zeiten glückselige Schmerzen, die Du Dir in Deinen schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen kannst, erleiden!“

Mit diesen Worten warf er mich wie eine kaputtes Spielzeug fort und ging davon. Ich zitterte am ganzen Körper. Mein Herr und die anderen der Gruppe durften nichts davon erfahren. Sie würden mich wahrscheinlich sofort auf einem Scheiterhaufen verbrennen. Ich würde dieses dunkle Geheimnis für mich behalten müssen.







Ich kümmerte mich um den Herrn Schreiner, der eine schwere Beinverletzung hatte. Ich versorgte seine Wunde so gut ich konnte. Er würde über Wochen nicht laufen können. Aber der Hexenjäger hatte Glück, dass er noch am Leben war. Die Kampfhunde humpelten auch auf mich zu, ihr Fell war mit Blut verklebt und verkrustet, aber es schien, dass die Hunde keine schweren Verletzungen davongetragen hatten.

Nachdem ich den Hexenjäger versorgt hatte, machte ich mich auf die Suchen, meinen Herren und die Anderen zu finden. Alle Gefährten meines Herren waren durch den Kampf gezeichnet und es sah so aus, als ob wir nicht siegreich gewesen waren. Ein Flagellant fehlte, er war von einer Kreatur tötet worden.
Wir zogen zerschunden und niedergeschlagen aus den Überresten von Mortheim. Bruder Balduin half mir den schwer verwundeten Hexenjäger nach Cutthroat‘s Haven zu tragen.

Als wir am späten Abend in unserem Bretterverschlag hockten, und unserer Wunden leckten, besprach mein Herr sich leise mit Gottfried und Bruder Balduin. Die Gerüchte waren also wahr, mein Herr holte einen kleinen unheimlich, in giftig grünlicher Farbe, leuchtenden Stein aus seiner Tasche. Wenn sich das hier verbreitet, wird es hier noch viel schlimmer werden, als es jetzt schon ist. Wir sind heute unvorbereitet den dunklen Mächten begegnet. Das Chaos trat uns offen entgegen, und zwar nicht mit ein paar verwachsenen Mutanten oder lausigen Mordbrennern, sondern wir trafen es in seiner schlimmsten Form, den verdammten gesegneten Champions und Hexern der dunklen Götter, an.

Auch wenn wir Rückschläge erlitten haben, wir dürfen in unserem Glauben nicht zweifeln, wir müssen wachsam sein, und müssen das Chaos an jedem Ort bekämpfen, an dem es uns gegenübertritt. Unser Herr und Gott beschützt uns. Seht, wir sind immer noch Leben um weiter sein Werk zu tun!
Ich fasste einem Schwur gegenüber meines Herrn und Gott Sigmar Heldenhammer. Ich würde mein Leben bedingungslos in seine Hände legen, seine Feinde ohne Furcht und Zweifel bekämpfen! Und wenn ich das nächste Mal diesem Chaoskrieger gegenüberstehen werde, werde ich ihm sein verdammtes schwarzes Herz rausreißen und seinen verfluchten Kopf auf einen Pfahl spießen, so wahr mir Sigmar helfe!

Fazit:
Nach zwei Kämpfen überleben die Hexenjäger mehr schlecht als recht. Die Gewinne reichen gerade, um die Verluste aufzufangen.

Aber zumindest haben die Helden ein paar Erfahrungspunkte gesammelt, und die Verletzungen halten sich in Grenzen.
Inquisitor von Hauser hat die Fähigkeit Strong Man erhalten, das er Zweihänder Waffen ohne Abzüge führen darf.

Hexenjäger Gottfried von Nuln hat zwar ein Auge verloren, hat aber die Fähigkeit, dass er mit zwei Waffen ohne Abzüge kämpfen kann, bekommen.

Hexenjäger Herr Schreiner hat die Fähigkeit Rechtschaffender Hass erhalten. Er hasst alle Gegner in der ersten Runde.
Bruder Balduin hat seine Kampffähigkeit um einen Punkt verbessert.

Arne (Erzähler) hat seine Kampffähigkeit um einen Punkt verbessert.

Adam Hölzer hat seine Initiative um einen Punkt verbessert, und die Fähigkeit Dodge/ Close erhalten, dass er im Nahkampf von seinem Gegner schlechter getroffen wird.

Ansonsten gehören noch drei Flagellanten, zwei Kampfhunde und ein Zelot zu der Gruppe.

In diesem Sinne
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01.10.2016 11:10
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

So, jetzt Zeit gefunden zum lesen. wie immer Super geschrieben und mit den Häusern dazu noch besser.


02.10.2016 15:15
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

So ich habe jetzt auch endlich Zeit gefunden zum lesen.
Ich bin immer wieder beeindruckt von deinen Geschichten. Sehr schön
geschrieben. Richtig Klasse.

Bin mal gespannt wie der Bericht wird wenn du meine Besessenen zerlegt hast.


Mein Armeeaufbau: http://www.gw-fanworld.net/showthread.ph...ost3471231
04.10.2016 12:53
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RE: Bereut Eure Sünden… eine Mortheim Kampagne

Finvjer marschierte durch den strömenden Regen. Und als wäre das noch nicht genug blies der Wind aus der Waagerechten in jede Ritze des Wattierten Waffenrocks den er trug. In jede Ritze? Nein! Denn unter seinen Beinkleidern trug er noch immer die Fellunterhose die er dem Grubenkämpfer Krom abgenommen hatte.

Während also seine Finger und Zehen langsam taub wurden fühlten sich seine Dongliz an als würden sie auf einem Grill in der prallen Sonne eines brütenden Sommertages in Lustria liegen. Finvjer musst sogar regelmäßig seinen Gürtel öffnen und etwas Dampf ablassen. Und er hatte das Gefühl das es jetzt wieder soweit sein könnte.

Er schickte den Runenschmied Runedolf und die beiden Schützen Tjalf und Morulan auf ihre Wachposition und schnürte seine Hose auf um sich zu erleichtern. Er begann einen schwer dampfenden Strahl gegen die nächste Mauer zu setzten und die Rune der Valaya nachzuzeichnen. Seltsamerweise zischten die Steine an der Mauer als er sie begoss.

Finvjer beschloss daraufhin in Zukunft nicht mehr die kleinen Morrssteinklumpen in seinen Schnupftabak zu mischen. Es kribbelte dann immer so schön, und er konnte danach gut einschlafen. Aber offenbar hatte der grünliche Stein einige unerwünschte Zusatz Wirkungen.
Einer von den Mauersteinen sah inzwischen aus wie ein Eisbrocken der sich auf einem Ofen verformte, und während sich der Zwerg über die technischen Möglichkeiten von toxischer Pisse so seine Gedanken machte trat aus dem Regen vor Ihm eine menschlicher Ritter in einem kompletten Plattenpanzer. Über und über mit grüner Farbe verziert und ein riesiges Langschwert in seinen gepanzerten Händen.

Finvjer war so überrascht dass er verriss und einen kleinen Strauch mit seinem Strahl traf der daraufhin wie von einer Sense zerschnitten wurde.

„Sacrebleu!“ keuchte der Ritter unter seinem Topfhelm hervor. „Ün dreibeuniger Swerg!“
Der Ritter hob sein Schwert und hielt es sich vor das behelmte Gesicht.
„Bei dör `Errin des Sees! Du bist des tödes Ungetüm!“

Finvjer hatte gerade noch Zeit sich mit einer Hand zu sammeln ehe er den ersten Schlag des Ritters mit seinem Hammer abwehrte. Ein paar Tropfen waren wohl auf seinem Stiefel gelandet und er hörte das zischende Leder, hatte aber keine Zeit sich darum zu kümmern. Der Ritter mit dem seltsamen Akzent deckte ihn mit einer Wucht an Schlägen ein.

Vom Kampflärm angelockt kamen die anderen Zwerge und griffen den Ritter an. Doch durch den Regendunst schossen auf einmal mehrere Pfeile heran und einer blieb zitternd in der Schulter von Tjalf Thorsson stecken.
Bogenschützen dachte Finvjer, der Ritter war offenbar ein bretonischer Chevalier. Diese Burschen halten nichts vom Fernkampf, das gleiche galt aber offenbar nicht für das halbe Dutzend Bogenschützen die er im Schlepptau hatte.

Doch war der Chevalier zusätzlich nicht auch noch ohne Nahkämpfer gekommen. Mehrere Burschen in Lederrüstungen, bewaffnet mit Äxten und Schilden eilten ihm zur Seite. Ein Hauen und Stechen entwickelte sich und einige der Zwerge bluteten bereits aus mehreren Wunden. An der Seite des Chevaliers kämpfte ein Jüngling mit dem Feuer des Wahnsinns in den Augen. Finvjer schaffte es einen der Krieger mit Schild umzuschlagen als dem Jüngling offenbar einfiel eine heldenhafte Rede zu halten.

Er deutete mit seiner Axt auf Finvjer und sprach in einem schon fast feierlichen Ton:
„Isch fordere disch heraus Swerg! Isch bin Jack de Frommage, Knappöh im Dienste des Cheva…“ weiter kam er nicht da er je unterbrochen wurde. Besser gesagt zerbrochen, denn Tjalf hatte mit seinem Hammer auf die ausgestreckte Hand des Knappen gedroschen. Die Axt fiel aus der zertrümmerten Hand des Menschen und die Finger der selbigen zeigten die Richtung in vier verschiedene Himmelsrichtungen an; leider gleichzeitig.

Ungläubig starrte der Jüngling auf seine zertrümmerte Hand und fiel auf die Knie.
„Ihre dröckigen wülär! Ich `asse auch bis zum Ende meinös…“ abermals unterbrach ihn der Hammer von Tjalf Thorsson als er ihm von oben auf den Kopf gedonnert wurde.

Die Zwerge erlangten nun die Oberhand im Getümmel und die beiden anderen Patrouillen die in der Nähe waren griffen auch ins Kampfgeschehen ein. Doch kaum versuchten diese sich dem Handgemenge zu nähern, so wurden sie von den Bogenschützen beschossen die bereits die zwergischen Linien umlaufen hatten.

Morulan wurde von zwei Pfeilen getroffen und lief blutend und brüllend hinter eine Mauer um sich dort zu sammeln. Die anderen Zwerge liefen ebenfalls an einer Hausruine entlang. Und da ihnen die Fensterbänke bis über den Kopf reichten waren sie gänzlich in Deckung.
Aber auch die Bretonen hatten Verstärkung in der Hinterhand. Weitere Nahkämpfer und Knappen warfen sich in das Getümmel, doch obwohl die Zwerge schwer verwundet waren gaben sie nicht auf.

So kam es, dass Captain Lesti Ardisson im Nahkampf auf den Chevalier in der grünen Rüstung traf.

„Ergib dich! Du bist verwundet!“ brüllte er dem inzwischen blutenden Ritter zu.
Doch der Ritter verdoppelte seine Anstrengungen und gab nur trotzig zurück,
„Das ist nür eine Fleischwünde!“

Von hinter dem Ritter kämpfend schlug Finvjer mit seinem Hammer nach dem arg verbeulten Arm des Chevaliers. Dieser schrie beim Treffer auf und kurz danach hing sein Arm taub an dessen Seite.

„Gib auf, dein Schwertarm ist verletzt!“ wiederholte Lesti.

„Nümals! Das macht mir garnüchtse!“ erwiderte der grüne Ritter und hielt das schwere Zweihändige Schwert mit seinem linken Arm. Zudem wirbelte er vortrefflich weiter damit herum. So vortrefflich dass er Morulan Morsson einen Schnitt im Gesicht verpasste.

Dieses Mal traf ihn der Zweihändige Hammer Runedolfs an dessen linkem Arm der daraufhin ebenfalls brach und das Schwert zu Boden plumpste.

Lesti wurde langsam ungeduldig. Immerhin, jeder normale Mensch, oder Zwerg mit Verstand, also nicht ganz alle, hätte zumindest in Erwägung gezogen zu fliehen oder sich zumindest zu ergeben. Aber offenbar kannte dieser grüne Ritter das Konzept von Angst überhaupt nicht. Er versuchte es nochmal:
„Ergib dich endlich Menschling!“

Doch der Chevalier höhnte nur über die Zwerge:
„Isch mache euch allö ihr Gartendekörations!“

„Na dann kratz dich doch mal du Schlaumeier!“ brüllte Lesti als antwort, jetzt nun sichtlich entnervt.

„Kratzön!? Ich Kratz düch ab!“ erwiderte der Ritter und versuchte Lesti mit einem Tritt gegen dessen Kopf auszuschalten.

„Menschen!“ grummelte es aus dem Bart von Tjalf Thorsson hervor und er schlug den wild hüpfenden grünen Ritter mit seinem Hammer nieder.

Dies schien den Kampfeswillen der Bretonen zu brechen und sie zogen sich zurück. Die Zwerge sammelten sich schwer atmend und einige von Ihnen bluteten aus zahlreichen Wunden.

„So dann schauen wir mal was hier so in den Ruinen gibt.“ Verkündete Lesti. Er schaute aus dem Augenwinkel auf die Stiefel von Sergeant Finvjer und war etwas erstaunt, dass an einem Stiefel die Spitze fehlte und man die dreckigen Zehen des Zwergs sehen konnte.
„Auf die Geschichte bin ich ja mal gespannt.“ murmelte er vor sich hin.


*später in der Nacht.

Zur dritten Stunde stand der Runenschmied Runedolf an der kleinen Esse im Lager der Zwerge. Vor ihm auf dem Amboss, fest verkeilt, lag der Kopf seines Zweihandhammers. Schon vor drei Jahren hatte er die ersten Vorbereitungen für die Rune getroffen die er nun bereit war zu schlagen. In abständen von mehreren Monden hatte er die geheimen Rituale und Legierung auf den Hammerkopf aufgetragen. Schwach schimmerte die Vertiefung der Rune und die rot schimmernde Legierung die sich in der Rune befand reflektierte das Fackellicht.

Vier unzen Blutgold aus Karak Hirn befanden sich in der Legierung. Der zermahlene Knochen eines Höhlentrolls, die Tränen eines Goblins als auch gefangenes Höhlendunkel, diese Zutaten waren alle in der Legierung verarbeitet. Doch es fehlte noch der Abschluss; die Meisterzutat. Jene welches die Rune des Giftes in ein tödliches Werkzeug verwandeln würde.
Runedolf hatte verschiedene Gifte getestet. Das Gift eines Mantikors welches einem das Blut in den Adern in Flammen verwandelte, das Gift des Wyvern welches einem die Muskeln in Schlacke verwandelte doch keines war potent genug, keines war tödlich genug für seine Rune.
Er griff nach einer kleinen Flasche, atmete einmal tief ein und entkorkte diese. Vorsichtig tröpfelte er dessen Inhalt auf die rötliche Rune.

Und es geschah…. Nichts! Runedolf blinzelte, und schaute, dann blinzelte er nochmal, aber wieder nichts.
Drei Jahre Arbeit um sonst! Das Ausweiden des Trolls, Umsonst! Den Goblin zum Weinen bringen mit schlechten Zwergenwitzen. Alles umsonst!

„Krutt!“ entwich es Runedolf und er schaute auf seine Hände herunter die immer noch die Flasche mit dem Gift hielten. Bis diese mit einem mal mit einem grünen leuchten bestrahlt wurden. Er blickte zum Hammerkopf auf. Die G-förmige Rune strahle in einem kränklichen grünen Licht. Die Boshaftigkeit des schleichenden Todes wollte förmlich aus der Rune nach seinem nächsten Opfer greifen. Mensch, Zwerg oder Elf war der Rune egal.

Runedolf lächelte. Oh ja, in Mordheim würde die Rune Opfer finden, dafür würde Runedolf sorgen. Er stellte die kleine Flasche zurück in seine Zutatenkiste und begann Vorbereitungen zu treffen den Hammerkopf wieder auf den Stiel zu setzten.

Hinter ihm war auf einem Zettel zu lesen der sich an der kleinen Flasche befand:
„Probe: Sergeant Finvjer“


06.10.2016 12:44
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